Aufgabe 4a/4b: Filmthema Freundschaft/Die Figur Mark Zuckerberg und der gigantische Erfolg seines Unternehmens

Zur Konzeption der Aufgabe: 

Die Aufgabe knüpft an das Thema „Freundschaft“ an (das möglicherweise bereits in Form der vorgeschlagenen  Projektidee reflektiert wurde) und führt dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler  eingehend mit der Filmfigur Mark Zuckerberg auseinandersetzen. Soziale Schwierigkeiten, d.h. eine  Unfähigkeit  , enge freundschaftliche Beziehungen zu pflegen und wertzuschätzen, sind von Beginn an  ein zentrales Thema des Films: Die Eingangsszene zeigt , wie Mark seine damalige Freundin Erica so sehr vor den Kopf stößt , dass diese sich für immer von ihm abwendet . Im weiteren Verlauf wird wiederholt  eine Verbindung zwischen Zuckerbergs unsensibelen und oft verletzenden Verhalten gegenüber den  ihm nahestehenden Mitmenschen und seinem starkem Ehrgeiz sowie seinem brennenden Wunsch nach  der Zugehörigkeit zu elitären Kreisen angedeutet. Harvard und seine besonderen sozialen Strukturen  der Exklusivität scheinen dieses Bedürfnis auszulösen oder aber noch weiter zu forcieren. Der Film geht  hier jedoch nicht plakativ vor, sondern lässt genügend Raum für eigene Interpretationen der Zuschauerinnen  und Zuschauer – hier setzt die Aufgabenstellung an.  Die differenzierte Darstellung der Motive der Hauptfigur ist vor allem auch auf das Schauspiel Jesse  Eisenbergs zurückzuführen. So geben die Aufgabenstellungen nicht nur den Impuls, sich mit zentralen  Themen des Films, also mit „Freundschaft“, „Loyalität“, „Ausgrenzung“, „Zugehörigkeitswünschen“  und „Ehrgeiz“ (als Themen, die den Schülerinnen und Schülern auch aus eigener Erfahrung vertraut sein  mögen) zu beschäftigen, sondern auch, die filmische Umsetzung (speziell das Schauspiel sowie die Bildsprache  des Films, mit der die elitäre Welt eindrücklich in Szene gesetzt wird) genau zu betrachten und  ein unabhängiges, kritisches Urteil darüber zu bilden.  Darüber hinaus gibt diese Aufgabe Impulse, die Entwicklung von facebook zu einem der größten Internetunternehmen  der Welt zu untersuchen (deren Ausgangpunkt, so stellt es der Film dar, der ehrgeizige  Charakter Mark Zuckerbergs ist). THE SOCIAL NETWORK endet damit, dass facebook seinen millionsten User feiert – der gigantische Erfolg, der anschließend folgt, ist nicht mehr konkreter Filminhalt,  wird aber angedeutet. Bedeutung erhält diese Thematik auch über den Plot hinaus, indem facebook  ein prägnantes  Beispiel für ein neues Wirtschaftsphänomen ist, das das „digitale Wir“ unserer Zeit und  damit auch die Lebenswelt der jugendlichen Zuschauerinnen und Zuschauer maßgeblich prägt. 

Methodisch didaktische Anmerkungen: 

Die Kombination aus Einzel- und Gruppenarbeit soll dazu dienen, den Schülerinnen und Schülern die  Möglichkeit zu lassen, sich zunächst eigenständig auf den Film einzulassen, ihre persönlichen Eindrücke  zu reflektieren und vor allem auch „ungestört“ ein eigenes Urteil zu entwickeln. Der anschließende  Austausch in einer kleinen Gruppe fördert zum einen die Kooperationsfähigkeit und die Fähigkeit, auch  andere Eindrücke und Meinungen gelten bzw. auf sich wirken zu lassen. Zum anderen führt der gegenseitige  Austausch in der Diskussionsrunde dazu, dass sich der Erkenntnisstand insgesamt erweitert:  Die naturgemäß unterschiedlichen Erinnerungen an den Film bzw. an einzelne Szenen werden zusammengetragen  und die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, sich mit ihren verschiedenen  Stärken zu ergänzen. 

Aufgabe 4c: Die besondere Erzählstruktur des Films Zur Konzeption der Aufgabe:

Zur Konzeption der Aufgabe:

Die Erzählstruktur von THE SOCIAL NETWORK gehört zu seinen auffälligsten  stilistischen Merkmalen. Während in Form von Rückblenden die Geschichte der Erfindung von  facebook und die Entwicklungen der ersten Zeit nachvollzogen werden, erzählen die Szenen, die in der  Gegenwart verankert sind, von den beiden verschiedenen Gerichtsverhandlungen, in denen sich Mark  Zuckerberg verteidigen muss. Die Verflechtung der beiden Zeitebenen erfüllt bestimmte dramaturgische  Funktionen: Sie macht die gerichtlichen Auseinandersetzungen zum Ausgangspunkt der Erzählung  und verdeutlicht dadurch, dass es verschiedene Perspektiven auf die Geschehnisse der Vergangenheit  gibt. Hiermit stellt der Film eine geschickte Verknüpfung zur Realität an, in der letztlich auch keine allgemeingültige  Wahrheit ausgemacht werden kann. Zusätzlich ist es eine Lösung im Umgang damit, dass  der reale Mark Zuckerberg eine Mitarbeit an dem Filmprojekt abgelehnt haben soll. Indem der Film am  Schluss auf die Streitsituation der Eingangsszene zurückkommt (Zuckerberg schickt Erica via facebook  eine Freundschaftsanfrage), wird noch einmal der fiktive Charakter des Films betont und werden zudem  die beiden Zeitstränge zusammengeführt. 

So dient diese Aufgabe dazu, die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Entschlüsselung der besonderen  Erzählstruktur dieses Films zu unterstützen, sie aber auch darüber hinaus für die Feinheiten und die  (dramaturgische) Bedeutung von filmischen Narrationsmustern zu sensibilisieren. 

Methodisch didaktische Anmerkungen: 

Die Schülerinnen und Schüler widmen sich den Fragestellungen zuerst innerhalb einer kleinen Gruppe,  womit die vorangegangene Arbeitsform (Aufgabe 3) fortgesetzt wird (möglicherweise ist es auch  günstig, die „bewährten“ Gruppenkonstellationen beizubehalten). Auch hier sind die Schülerinnen und  Schüler wieder in ihrer Kooperationsbereitschaft gefordert und erhalten gleichzeitig die Chance, sich  bei der Bearbeitung der eher anspruchsvolleren Aufgabe gegenseitig zu unterstützen. Die anschließende  Aufforderung, die Arbeitsergebnisse vor dem Klassenplenum vorzutragen und zur Diskussion zu  stellen, übt darin, vor einer größeren Gruppe zu sprechen, zu dem selbst Erarbeiteten zu stehen und  es ggf. zu verteidigen. Insbesondere auch die Aufgabe, eine Form der Präsentation von gemeinschaftlichen  Erkenntnissen zu finden, kann die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler fordern und fördern.